Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Am Sonntag machte sich unser 2+1-Trio in den frühen Morgenstunden auf den Weg – in ein neues Leben voller Sicherheit, Geborgenheit und liebevoller Zuwendung. Empfangen wurden sie von Menschen, die sie bereits sehnsüchtig erwartet hatten.
Zum Trio gehören Csipesz, eine kleine Hündin, die einst hungrig und ziellos auf den Straßen von Törökszentmiklós unterwegs war, Dackelmix Dominik, der mitten im Nirgendwo auf einer Baustelle an der M4 entdeckt wurde, und Peti, 15 Jahre alt, der nach dem Tod seines Besitzers plötzlich ganz alleine dastand. Er hatte nie ein Tierheim gesehen – doch nun war da niemand mehr, der sich um ihn kümmerte. Aufmerksame Nachbarn wandten sich an unsere ungarischen Kolleg:innen – und wir konnten Peti schließlich auf einer Pflegestelle in Deutschland unterbringen, bei Menschen mit Herz, die nicht eine Minute zögerten, auch einem älteren Hund noch einmal Liebe zu schenken.
Die Reise selbst verlief dieses Mal allerdings nicht ganz nach Plan: Noch vor der Abfahrt in Rumänien hatte der Transporter eine Panne – der Keilriemen war defekt. Ersatzteile mussten organisiert und fachgerecht eingebaut werden, was Zeit kostete. Wieder einmal wurde deutlich: Im Tierschutz ist Flexibilität keine Option, sondern Voraussetzung. Trotz sorgfältiger Planung kann es immer zu unvorhersehbaren Verzögerungen kommen. Zum Glück informierte uns das engagierte Transportunternehmen regelmäßig über alle Entwicklungen, sodass wir gut vorbereitet blieben – und die weitere Reise verlief reibungslos.
In der Nacht von Sonntag auf Montag erreichten unsere drei Schützlinge dann endlich wohlbehalten ihr Ziel.
Dominik – jetzt Otto – wurde direkt von seiner neuen Familie in Empfang genommen. Diese hatte bereits einem unserer Hunde ein liebevolles Zuhause geschenkt, der leider vor einiger Zeit verstorben ist. Dass sie sich erneut für ein Tier aus dem Tierschutz entschieden haben, hat uns tief berührt. Otto fühlte sich vom ersten Moment an wohl – als hätte er genau gewusst, dass er seinen Platz gefunden hat.
Csipesz, nun Ivy, und Peti – jetzt Timmi – durften gemeinsam auf eine erfahrene und liebevolle Pflegestelle ziehen. Besonders wichtig war uns dabei die behutsame Zusammenführung mit den bereits vorhandenen Vierbeinern (Hunde und Katzen). Denn ein vorsichtiges, achtsames Kennenlernen ist der Schlüssel zu einem harmonischen Miteinander. Kein überstürztes Begrüßen, kein „einfach laufen lassen“, sondern ruhiges Ankommen, klare Strukturen und Geduld. Und der Lohn? Ein erstes Kennenlernen, wie man es sich nur wünschen kann: still, respektvoll und voller Aufmerksamkeit – mitten in der Nacht, aber in sicherem Rahmen.
Auch diese beiden Schätze haben sich direkt gut eingefügt.
Timmi ist verschmust, menschenbezogen und läuft prima an der Leine. Zwar lässt sein Seh- und Hörvermögen nach, doch durch seine starke Orientierung an Menschen findet er sich bestens zurecht. Ivy ist lebendig, liebenswert, offen und voller Charme – eine kleine Persönlichkeit, die sofort Herzen gewinnt.
Wir drücken den Dreien fest die Daumen und hoffen, dass sie genau das finden, was sie verdienen: Wärme, Verständnis, Nähe – und viele schöne gemeinsame Jahre mit lieben Menschen. Ob im endgültigen Zuhause wie Otto oder vorübergehend auf einem fürsorglichen Pflegeplatz wie Ivy und Timmi, die nun ganz in Ruhe und in ihrem eigenen Tempo ankommen dürfen.
Diese Reise zeigt einmal mehr: Tierschutz braucht Planung – aber noch mehr Herz, Geduld und Menschen, die bereit sind, sich auf das kleine Abenteuer einzulassen, das jede Vermittlung mit sich bringt.
Es lohnt sich. Immer.



