Uns wurde erzählt, dass er an einem Haus angebunden war. Angebunden, als wäre er nichts wert. Kein Futter, keine Fürsorge, kein liebevoller Blick. Nur eine Kette, ein Platz, an dem er ausharren musste, und das Gefühl, vergessen worden zu sein.
Irgendwann war sein Hunger, seine Verzweiflung oder vielleicht auch sein letzter Rest Lebenswille stärker als die Angst. Er sprang mit seiner Kette über den Zaun.
Man mag sich kaum vorstellen, wie verzweifelt ein Hund sein muss, um so etwas zu tun.
Wir haben ihn von dort geholt. Weg von diesem Ort. Weg von der Kette. Weg aus einem Leben, das kein Hund jemals führen sollte.
Nun ist er in unserem ungarischen Partnertierheim in Törökszentmiklós in Sicherheit. Noch weiß er wahrscheinlich selbst nicht, dass sein altes Leben vorbei ist. Dass es Menschen gibt, die ihn sehen. Die ihm Futter geben. Die ihn nicht wieder vergessen.
Er darf jetzt erst einmal ankommen. Durchatmen. Spüren, dass niemand mehr wegsieht.
Und vielleicht beginnt genau hier sein neues Leben.


