Glück für Pfoten e.V.

Bozont im Glück!

Ursprünglicher Name: Bozont
Neuer Name: Bonzo
Lebt in seiner Familie seit: 26.08.2019

“ Wuff Zusammen,

mein Name war Bozont und ich war ein harter Hund. Glauben Sie mir, das bin ich natürlich immer noch. Aber nun heiße ich Bonzo und bin ein echter Haushund geworden. Ich fristete mein Dasein als einer der wenigen Hunde an der Kette, weil ich so robust war und mir weder Sturm, noch Kälte noch Gefahren etwas anhaben konnten. Mein angsteinflössendes Knurren wende ich auch heute noch gerne an, um die bösen Buben in die Flucht zu schlagen. Klappt immer, wuff! Jedenfalls wusste ich, eines Tages würde SIE kommen und bis zu diesem Tag, an dem sich mein Leben für immer schlagartig verändern würde, halte ich durch und bis dahin würde ich jeden schönen Moment, den ich mit den Menschen hatte, jede Streicheleinheit, jedes Leckerli in mich aufsaugen, positiv und zuversichtlich bleiben und natürlich immer wieder versuchen abzuhauen, könnte ja klappen…

SIE, ebenfalls ein Kämpfertyp, sah in mir etwas, was sie tief beeindruckte – ein Tier, dass so ein schweres Leben hatte, das sich nach Liebe, Geborgenheit und einem warmen Zuhause sehnte und anstatt sich seinem Schicksal zu ergeben und sich aufzugeben, mit seinem positiven, powervollen Wesen so eine Energie an den Tag legte und einfach richtig Bock auf’s Leben hatte. Das alles sah sie in mir, als zufälligerweise (ich weiß, dass es Schicksal war) auf ihrem Laptop ein Video von mir aufsprang. Zu dem Zeitpunkt war sie noch in Trauer, denn sie hatte vor kurzem ihren besten langjährigen Fellkumpel verloren, den sie lange gepflegt hatte. Für sie kam daher weder ein Welpe oder „Hund mit Geschichte“ aus dem Tierschutz in Frage… dachte sie zumindest. Aber es kommt ja bekanntlich immer anders im Leben, nicht wahr. Sie sah mich und wusste, dass ich ihr Hund sein würde und setzte alle Hebel in Bewegung um mich zu adoptieren. So kam ich zu ihr, von Ungarn nach Deutschland, aus Bozont wurde Bonzo und unser wunderbares Abenteuer begann. Das ist heute genau 1 Jahr her.

Die Anfangszeit war für uns beide nicht leicht. Kaum angekommen inspizierte ich das Grundstück und ihre Hütte ganz genau: Mehrere Außentüren…ein Kinderspiel die zu öffnen…hohe Zäune, okay, ich könnte mich durchgraben, wenn es hart auf hart kommt, kein Problem. Ich bin einfach weiterhin ein feiner Hund, mache schön sitz und niemand wird von meinem Plan erfahren, den ich insgeheim aushecke. Ich bin ein Hund, der die Freiheit liebt und lasse mich nicht einsperren! Aber auch sie war clever und wusste, dass sie meine Intelligenz und großen Freiheitsdrang nicht unterschätzen sollte und machte alles ausbruchsicher. Anfangs hatte ich große Ängste, wenn sie mich verließ. Diese Panik verlassen zu werden und wieder im Überlebensmodus zu sein, war schrecklich und zugegeben, manchmal rastete ich etwas aus – sogar ihre Designerhandtasche musste dran glauben. Wer braucht auch so nen Mist.

Sie hat es jedoch schnell mit ihrem Feingefühl, ihrer Geduld, Liebe und täglichem Üben geschafft, dass auch ich, ein Hund mit Geschichte, das Vertrauen in die Menschen zurückgewann. Und so entschied ich mich bei ihr zu bleiben, freue mich auf jeden neuen Tag, jeden Spaziergang, jede Streicheleinheit oder dem Urlaub am großen Wasser. Ich schloss sie sehr schnell in mein Herz und bin dankbar dafür, dass sie mich aufnahm und mir dieses Leben ermöglichte, von dem ich, als älterer Kettenhund, nicht mehr zu träumen gewagt hätte.

Ich schaue mir von den Menschen gerne ab was sie tun, wenn sie besonders glücklich sind. Also habe ich mir nicht nur angewöhnt alle Menschen zur Begrüßung und zum Abschied zu umarmen, sondern auch Zähne zu zeigen, wenn es mir richtig gut geht. Die Menschen nennen es lächeln. Mit einigen ausgewählten Menschen versuche ich auch verbal Kontakt aufzunehmen und fange ganz gerne mal an mit ihnen zu quatschen. Sie sagen ich höre mich an wie Mr. Bean, wer auch immer der Vogel ist. Man sagt immer wieder ich wäre ein außergewöhnlicher Hund oder ein Hund mit einer Menschenseele. Wenn die wüßten…da muss ich doch glatt wieder lächeln.

Ein Bericht von Bonzo, wie er vom Kettenhund zum Haushund wurde zum 1.jährigem Jubiläum in seinem neuen Zuhause.“